Die alte Römische Provinzstadt Augsburg
Mitten in Bayern im Regierungsbezirk Schwaben liegt die Stadt Augsburg. Bereits im Jahr 15 v. Chr. gegründet, erhielt die damalige Siedlung den Namen Augusta Vindelicorum vom römischen Kaiser Augustus. Aufgrund seiner langen Geschichte zählt die Fuggerstadt zu einer der ältesten Städte Deutschlands.Den Beinamen Fuggerstadt erhielt Augsburg durch die Familie Fugger, welche in der Stadt seit 1367 lebten und arbeiteten. Als erster nach Augsburg kam Hans Fugger, um dort als Gerber und Weber sein Glück zu finden. Harte Arbeit und viel Geschick ließ die Familie bekannt werden. Als erfolgreicher Kaufmann erwies sich der zweite Sohn Andreas. Dieser ließ das Leben des Handwerkers hinter sich und machte sich als Kaufmann einen bedeutenden Namen. Später wurde die Familie in den Adelsstand erhoben. Lange Zeit galt das Geschlecht der Fugger vom Reh als ausgestorben, was jedoch nicht richtig war. Die Linie Fugger von der Lilie, welches die Linie des älteren Sohnes von Hans darstellte, existiert noch heute und erreichte bereits nach kurzer Zeit durch ihre fuggersche Handelsgesellschaft Weltgeltung. Bezugnehmend auf die Geschichte und das Können der Familie besteht nach wie vor das Fuggerviertel in Augsburg. Verschiedene Unternehmen der Familie werden auch heute noch unter dem Namen der Fugger betrieben. Auch im alten Wappen der Stadt bis 1986 sind die Fugger vertreten durch ihre Lilie.
Augsburg hat neben den Fugger auch andere zahlreiche Gebäude und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Straßenverlauf Via Claudia Augusta lässt noch erahnen, wie die Stadt zu Zeiten des römischen Reiches ausgesehen hat, da dieser Bereich aus vergangenen Tagen noch überwiegend vorhanden ist. Verschiedene Bauten wie beispielsweise der Dom Unsere liebe Frau und die Basilika St. Ulrich und Afra zeigen die Geschichte des Mittelalters in Augsburg und sind auch heute noch prägend für das Stadtbild ebenso wie die Stadtmauer. An vielen Stellen können große Teile der alten Stadtmauer erkannt werden. Der Fünfgratturm und das Wertachbrucker Tor sind ebenfalls Zeugen aus vergangenen Tagen, welche einst mit der ganzen Stadtmauer die Stadt schützten.
Kleine Teile aus der Geschichte Augsburgs werden in den verschiedenen Museen aufbewahrt. Das Maximilianmuseum beispielsweise zeigt in Dauerausstellungen Skulpturen und Goldschmiedekunst der Stadt. In den schützenden Mauern hatten sich viele Gold- und Silberschmiede angesiedelt. Funde aus dieser Zeit befinden sich im Maximilianmuseum und stehen den Besuchern zur Besichtigung frei. Auf mehreren Etagen finden die Besucher auch wechselnde Ausstellungen.
Wer sich für alte, meist nicht mehr ausgeübte Berufe interessiert, findet im Schwäbischen Handwerkermuseum zahlreiche Informationen hierzu. Sattler, Bader und Posamentierer werden dort anschaulich dargestellt ebenso wie das benötigte Werkzeug und notwendige Arbeitsmaterialien. Die Zeit des Römischen Reiches kann im Römischen Museum nachempfunden werden. Zahlreiche Funde befinden sich in dem Museum, welches in den Räumen des ehemaligen Klosters St. Magdalena eingerichtet wurde.
Die Geburtshäuser von Leopold Mozart und Bertolt Brecht wurden aufwendig saniert und zeigen heute das Leben und die Einrichtung zur Zeit Mozarts und Brechts. Die gleichnamigen Häuser wurden mit den alten Einrichtungsgegenständen ausgestattet, um den Besuchern zu veranschaulichen, wie damals gelebt wurde.
Zahlreiche Theaterbühnen und Kinos im Stadtgebiet sorgen mit ihren Vorstellungen für einen abwechslungsreichen Abend.
Bereits zur Zeit des römischen Reiches lebten in Augsburg rund 12.000 Menschen, wodurch die Stadt zu einer der größten im römischen Reich zählte. Die Einwohnerzahl wuchs stetig an unter anderem durch rege Zuwanderung. Im Dezember 2009 zählte die Stadt Augsburg 263.646 Einwohner.