Chemnitz, Zentrum des Humanismus' in der Frühen Neuzeit
Im südwestlichen Teil des Freistaates Sachsen befindet sich etwa 20 Kilometer vor der Landesgrenze zu Thüringen und circa 40 Kilometer nördlich der Grenze zur Tschechischen Republik die Stadt Chemnitz. Am Nordrand des Erzgebirges wird die in einem breiten Tal liegende Stadt vom gleichnamigen Fluss Chemnitz durchflossen, der ihr Entstehen entscheidend mit begünstigt hat.Wie für viele Städte liegt der Ursprung der Stadtgründung in der Existenz eines Klosters, um das sich an einer Furt der Chemnitz im 12. Jahrhundert eine Siedlung bildete. Bereits im nächsten Jahrhundert entwickelte sich diese zu einer freien Reichsstadt, die allerdings erst Ende des 18. Jahrhunderts vor allem durch den Maschinenbau zu einem bedeutenden Industriestandort heran wuchs. Mehrere Firmen von Weltruf siedelten sich in Chemnitz an und führten mit dazu, dass die Stadt um das Jahr 1900 als reichste Stadt Deutschlands galt.
Schwere Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg führten in der Industriestadt zur fast völligen Zerstörung der Innenstadt mit ihren historischen Bauwerken. An ihrer Stelle entstanden in den folgenden Jahrzehnten in der während des Bestehens der DDR den Namen Karl-Marx-Stadt tragenden sozialistischen Großstadt zahlreiche Plattenbauten und unbebaute Baulücken. Nach der Wende im Jahr 1990 erhielt Chemnitz seien ursprünglichen Namen zurück und es begann ein bis heute noch nicht vollständig abgeschlossenes umfangreiches Bauvorhaben zur Wiedererrichtung einer attraktiven Innenstadt.
Das heutige Chemnitz verfügt über ausgedehnte Waldgebiete, Grünflächen und Parks. Dieser an sich günstige Umstand konnte den Rückgang der Bevölkerung in den letzten 20 Jahren um rund 20 Prozent jedoch nicht verhindern. Als drittgrößte Stadt Sachsens betrug ihre Einwohnerzahl per 31.12.2009 noch 243.000. Für die Besucher jedoch bietet Chemnitz, eine Stadt die immer noch im Wandel begriffen ist, eine ganze Menge attraktiver Sehenswürdigkeiten und ein pulsierendes Großstadtleben.
Im Bereich der Innenstadt präsentiert sich eine Flanier- und Einkaufsmeile mit teils historischem, teils modernem Ambiente und mit zahlreichen Restaurants, Cafés und Clubs. Der Markt mit dem Doppelrathaus und dem kostbaren Renaissanceportal und dem Glockenspiel am Turm des alten Rathauses, das unweit davon befindliche älteste Wahrzeichen der Stadt, der Rote Turm aus dem 12. Jahrhundert und das architektonisch sehr schöne Ensemble des Theaterplatzes mit der Petrikirche prägen diesen Bereich mit. Weitere sehenswerte Gebäude sind das Siegertsche Haus mit seiner prachtvollen Barockfassade und das mächtige Gebäude der Markthalle.
Nördlich vom Schlossteich befinden sich mit der spätgotischen Schlosskirche und im Stadtteil Rabenstein mit der St. Georgskirche mit ihrem prächtigen Altar aus schwarzem Marmor zwei der schönsten Kirchen von Chemnitz. Von den zahlreichen Museen der Stadt bietet das Museum für Naturkunde im Komplex des Kulturkaufhauses DAStietz interessante Einblicke und Informationen zum 290 Millionen alten Versteinerten Wald. Die Chemnitzer Kunstsammlung im König-Albert-Museumsbau zeigt unter anderem sowohl Werke von Künstlern der Dresdner Romantik und des deutschen Impressionismus als auch von denen der Neuzeit. Und eine weltweit einzigartige Sammlung mit vielen Spielen zum Ausprobieren hält das Spielemuseum bereit.
Die Stadt Chemnitz hat auch in ihrem Untergrund einiges zu bieten. So die Gewölbegänge im Stadtteil Kaßberg, in dem auch das Viertel mit Gründerzeit- und Jugendstilgebäuden recht sehenswert ist und die Felsendome Rabenstein mit ihren Seen und märchenhaften Sälen.
Wer sich über all dies und so manches weitere Detail der Stadt Chemnitz informieren möchte, der sollte die Tourist-Information der Stadt am Markt 1 besuchen, oder sich telefonisch unter 49(0)341 690680 oder im Internet unter info@chemnitzer-tourismus.de entsprechende Auskünfte einholen.