Die Bauhaus-stadt Dessau und Zentrum Anhalts

Attraktiv an der Elbe und Mulde gelegen, befindet sich die Stadt Dessau-Roßlau. Der wohl grünste Ort Deutschlands liegt in Sachsen-Anhalt und beherbergt fast 90 000 Einwohner (Stand 31. Dezember 2009). Die Landschaft wird geprägt von Heidegebieten und Wald, ferner ist sie von wundervollen Parkanlagen umgeben. Magdeburg, Halle und Leipzig bilden die benachbarten Städte.
Dessau und Roßlau entstanden annähernd im 12. Jahrhundert. Die Städte wurden, durch den Dreißigjährigen Krieg und der Schlacht an der Elbbrücke, weitestgehend zerstört, erholten sich aber langsam von den Auswirkungen. Zahllose, historische Gebäude wurden aufwendig restauriert, Fürst Leopold III. Friedrich Franz führte Aufsehen erregende Reformen des Landes durch. Der Aufschwung machte sich bemerkbar, der Maschinenbau, die Motorenwerke und die Waggonfabrik entstanden. Von 1863 bis 1918 zählte Dessau als Hauptstadt von Anhalt, Roßlau war ab April 1945 dazugehörig, wurde aber später wieder kreisfrei. Sie diente den, in Deutschland stationierten, sowjetischen Streitkräften als Stützpunkt. Seit dem 1. Juli 2007 ist diese Städtegemeinde erst in dieser Form existent.
Dessau-Roßlau beherbergt einige antike und faszinierende Bauten, deshalb ist sie in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden. Man findet hier Schlösser, Gärten, Kirchen und Museen, welche nicht nur für Kunstliebhaber ein Genuss darstellen. Wahrzeichen der Stadt ist das Dessauer Rathaus aus dem Jahr 1910. In 42 Metern Höhe kann sich jeder Besucher, auf einer Plattform, an der Aussicht erfreuen. Der Turm des Bauwerkes ist 73 Meter hoch. Das Rathaus dient heute als Sitz der Verwaltung. Davor steht die Friedensglocke. Nach der Wende sammelte man alle Waffen der ehemaligen Truppen und schmolz diese ein. Ergebnis war eine gegossene Glocke, sie erinnert noch heute an das Ende der DDR. Ebenso Sinnbild der Stadt ist der, rund 64 Meter hohe, Neue Wasserturm. Seit 2009 wird das Denkmal saniert.
Besonders beeindruckende Bauwerke sind die Petruskirche und die Christuskirche in Dessau-Roßlau. Beide Kirchen wirken so charmant, aufgrund ihrer hellen, freundlichen Farbe. Jede besitzt einen Turm, der schon zur damaligen Zeit Menschen, zur Orientierung, den Weg wies. In der katholischen Propsteikirche St. Peter und Paul gibt es seit 1956 vier neue Kirchenglocken, da die vorherigen Exemplare im Krieg 1945 zerstört wurden. Alle vier tragen eine Inschrift.
Dessau-Roßlau wird gern als die Grüne Stadt bezeichnet, deshalb sollten die prachtvollen Schlösser und Gärten dieser Stadt bei einer Besichtigung nicht fehlen. Etwas außerhalb gelegen, liegt das Schloss Mosigkau aus der Zeit des Rokoko. Im Sommer ist ein Ausflug in den majestätischen Garten, in dem, unter anderem, seltene Kübelpflanzen gedeihen, äußerst lohnenswert. Weitere, bekannte Naturparks sind das Georgium und Luisium. Beide Schlösser betten sich harmonisch in die Landschaft ein. Durch Erdwälle sind sie vor Hochwasser geschützt und beherbergen Plastiken. Auf dem Grundstück des Luisiums sichtet der Gast Schafe, Ziegen und Kühe, ferner einen Gartenpavillon. Für Naturliebhaber steht eine natürlich belassene Flusslandschaft zur Verfügung, das Biosphärenreservat Mittelelbe. Hier beobachtet und genießt man den Anblick von unzähligen Pflanzen- und Tierarten und findet Ruhe und Entspannung.
Für einen kulturellen Höhepunkt ist in Dessau-Roßlau außerdem gesorgt. Im Anhaltischen Theater finden regelmäßig Aufführungen von Opern, Konzerten und Schauspielen statt. Das Georgium beherbergt die Anhaltische Gemäldegalerie, Originalgrafiken von Albrecht Dürer sind hier ausgestellt. In der Tourist-Information, in der Zerbster Straße 2 c, erhält jeder Besucher weitere Auskünfte über die Stadt. Von Montag bis Freitag stehen die Türen von 9 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr, offen.

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